Milchvieh


Am den Standort Rotschau halten wir derzeit rd. 1.000 Milchkühe sowie 850 Nachzuchtrinder.

Unsere Kühe werden in einer 2011-13 komplett neu erreichteten Stallanlage gehalten. Neben dem Management für die Herde, welches wir laufend überprüfen und ggf. verbessern, bestehen gute Bedingungen in Bezug auf Bewegungsfreiheit, Zugang zu Futter- und Wasser, Liegekomfort, Sauberkeit und Lichteinwirkung. Jede Kuh kann sich bis auf die Zeit des Melkens frei bewegen und hat dabei 9 qm freie Bewegungsfläche sowie eine bequeme, dick eingestreute Liegefläche zur Verfügung. In den großvolumigen Stallhallen herrschen unter den gedämmten Dächern durch spezielle Belüftungseinrichtungen hervorragende Klimaverhältnisse. Das dreimalige Melken je Tag erfolgt über eine leistungsfähige Karussellmelkanlage in jeweils nur 4 h Melkzeit. Durch die Aufteilung der Herde auf kleinere Gruppen, welche täglich beobachtet werden sowie elektronische Überwachungseinrichtungen werden erkrankte Kühe schnell erkannt und umgehend fachgerecht behandelt. In der Regel sind weniger als 2% der Milchviehherde klinisch erkrankt und in Behandlung. Der Einsatz von Antibiotika beschränkt sich auf wenige akute Behandlungsfälle.
Die Kühe werden künstlich besamt. Zugelassene Hormone werden nur für einen Teil der Kühe zur sogenannten Brunstsychronisation eingesetzt, und zwar dann, wenn die Kuh innerhalb ihres natürlichen Brunstzyklus nicht tragend wurde. Gesunde Kühe erhalten keinerlei Medikamente, hormonelle Leistungssteigerer oder ähnliches. 

Die Kühe gehören zur Rasse Holstein-Fresian. Durch die Auswahl geeigneter Bullen bei der künstlichen Besamung werden die prägnanten Merkmale der Herde ständig weiter entwickelt. Dabei werden auch fortschrittliche Methoden der Biotechnologie angewendet, wie die Genotypisierung der Kühe als ein Werkzeug zur optimalen Anpaarung mit den ebenfalls genotypisierten Vererbern.

Die geprüfte Milchleistung je Kuh und Jahr lag im vergangenen Prüfjahr bei 12.269 kg mit Gehalten von 4,1% Fett und 3,0% Eiweis bei durchschnittlich 155.000 somatischen Zellen je ml (Indikator für die Rohmilchqualität und den Gesundheitsstatus der Tiere.

Die Milch wird von unserem Partner Käserei Bayreuth eG (Bayernland-Gruppe) hauptsächlich zu Mozarella und Hartkäse weiterverarbeitet.

Insgesamt 19 Mitarbeiter(Innen) kümmern sich um das Melken, Füttern und Betreuen der Tiere. Unterstützt werden sie dabei von einer spezialisierten Rindertierarztpraxis. Geführt wird die Milchviehanlage von den erfahrenen Herdenmanagern Diana Lenk-Gläser und Klaus Gerlach.

Das Futter für die Tiere besteht zu etwa gleichen Teilen aus einsiliertem Wiesengras und Mais, außerdem aus Getreideschrot, Rapsschrot (Rückstand aus der Rapsölgewinnung), Maiskörnern und Mineralstoffen. Sämtliche Futtermittel sind garantiert gentechnikfrei erzeugt. Etwa zwei Drittel des eingesetzten Futters erzeugen wir selbst. Zugekaufte Futtermittel stammen ausschließlich aus Deutschland oder der EU.

 


Grundsätzliches zur Milch und zur Milchviehhaltung

Kuhmilch und zumindest ein Teil der daraus gewonnenen Produkte (der Teil ohne viel Zucker und künstliche Beimengungen) sind, in Maßen verzehrt, gesunde Lebensmittel. Das liegt an ihrem Gehalt an hochwertigem Eiweiß, einer ganzen Reihe von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Da es die Milch auch laktoserei gibt, kann sie praktisch jeder vertragen. Bei einer so bedeutenden Lebensmittelgruppe gibt es selbstverständlich, wie bei anderen Nahrungsmitteln auch, konträre Auffassungen zu ihrem Nutzen. Man sollte hier vorsichtig gegenüber extremen Positionen sein. Vorbehalte sind oft ethisch motiviert und entstammen einer undifferenzierten Beurteilung der heutigen Milchviehhaltung. Der Wert der Milch für eine gesunde Ernährung ist um so größer, je besser sie in ein ausgewogenes, auf Qualität ausgerichtetes Ernährungsverhalten eingeordnet wird.

Der Bedarf an Milch ist generell sehr hoch, da z.B. für 1 kg Käse im Schnitt ca. 10 kg Rohmilch benötigt werden. Die Jahreserzeugung in Deutschland als einem der bedeutendendsten "Milchländer" der Welt beträgt aktuell 28 Mrd. kg von knapp 4 Mio Kühen. Ein nicht unbedeutender Teil verarbeiteten Produktion wird exportiert, hauptsächlich in die übrige EU und nach Russland.

Die Produktion ist sehr aufwendig, da sie von der möglichst tiergerechten und gleichzeitig auf hohe Leistungen ausgerichteten Haltung der Milchkühe abhängt. Letztere tragen trotz 10.000jähriger Domestikation immer noch die Eigenschaften des ursprünglichen Steppentieres in sich, was bei der unvermeidlichen Stallhaltung vor allem einen großen Platzbedarf für die Mindestanforderungen an Bewegungsfreiheit zur Folge hat. Ist der Stall optimal ausgelegt, zieht ihn die Kuh fast immer einer alternativ angebotenen Auslaufweide vor, wie die Erfahrungen von Praktikern belegen. Zusammen mit der auf Lebensmittelproduktion ausgelegten Melktechnik, den Vorratslagern für die ganzjährige, weil gleichmäßige Silagefütterung und der Technik für die Futtererzeugung ist ein Kapitalaufwand von bis zu 10.000 €/Kuh erforderlich. Der Arbeitsaufwand beträgt 35 bis 50 Stunden je Kuh und Jahr, so dass ein Landwirt/Mitarbeiter 50 bis 70 Kühe betreuen kann. Hinzu kommen die Kosten für die eingetzten Konzentratfuttermittel wie Getreideschrot, Rapsschrot und Mineralstoffe. Im Ergebnis werden die Produktionskosten oft nur bei den überdurchschnittlichen Produzenten gedeckt, was das permanente Aufgeben von jährlich 5 bis 10% der aktuell etwa 90.000 inländischen Milchviehhalter zur Folge hat. Die Gewinnspannen in den folgenden Stufen der Wertschöpfungskette bis zum Regal im Lebensmitteleinzelhandel sind ebenfalls gering. Letztlich kann der Verbraucher davon ausgehen, beim Kauf von Milchprodukten in der Regel ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis zu bekommen. Dies gilt insbesondere im Vergleich mit der breiten Palette meist viel billigen Zucker enthaltenden Palette an Erfrischungs- und sonstigen Getränken.

 


 

 

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